Wie Lichter in der Nacht - Jürgen Grässlin und andere Mutmacher

Einen außergewöhnliche Buchlesung fand an der Heinrich-Böll-Schule in Nieder-Roden/ Rodgau statt. Der u.a. mit dem Aachener Friedenspreis, dem Marler Menschenrechtspreis von Amnesty International und dem Grimme-Medienpreis mehrfach ausgezeichnete Friedensaktivist und Lehrer Jürgen Grässlin beschreibt 24 von ihm interviewte bekannte und unbekanntere Menschen aus der ganzen Welt, die sich für Umwelt, Frieden und Freiheit, soziale Wärme und Vielfalt einsetzen in seinem neuen Buch ‚Wie Lichter in der Nacht. Menschen, die die Welt verändern. Ein Mutmachbuch‘ . Nach der spannenden Lesung , die immer wieder durch interessante Bilder, Grafiken und Anekdoten aufgelockert wurde, ging Jürgen Grässlin auf die spannenden Fragen der sehr interessierten Zuhörerschaft ein und machte die Gäste auf eine von ihm initiierte neue Informations- und Aktionswebsite „VISION BETTER WORLD / VISION BESSERE WELT – MUTMACHMENSCHEN!“ aufmerksam, welche in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten wird.
Die öffentliche Abendveranstaltung wurde vom Förderverein, der Technik-AG und dem Wahlpflichtkurs ‚Catering‘ der HBS in Zusammenarbeit mit der Gartenstadtbuchhandlung durchgeführt.
Jürgen Grässlin ging an diesem Abend u.a. näher auf den bekannten Journalisten Franz Alt ein, der sich jahrzehntelang neben seiner Tätigkeit für das Fernsehen auch als Buchautor für Frieden, Gerechtigkeit und den Erhalt der Umwelt eingesetzt hat und dies bis heute mit großem Herzen tut. Eines seiner Bücher hatte sogar einen wichtigen Einfluss auf den damaligen sowjetischen Generalsekretär Michael Gorbatschow und dessen Abrüstungspolitik während des Kalten Krieges. Jürgen Grässlin:
“Franz Alts Wunsch aus seinem Bestsellerbuch von 1983, Frieden ist möglich. Die Politik der Bergpredigt, lautete: „Ronald Reagan, Helmut Kohl, Margaret Thatcher, François Mitterand, gehen Sie doch den ersten Schritt auf Michael Gorbatschow zu!“ Schließlich verstanden sich all diese westlichen Regierungspolitiker selbst als Christen. Wie auch immer, Alts Vorschlag erreichte sogar den Generalsekretär des Zentralkomitees, Michael Gorbatschow selbst. Bei einer Konferenz am Starnberger See trafen sich zur Osterzeit 1983 Militärs aus West und Ost. Geladen war auch Franz Alt. Das Erfreuliche: Gorbatschow schickte seinen Sicherheitsberater zu dem Autor. „Ich darf Ihnen Grüße aus Moskau ausrichten von Herrn Gorbatschow. Der Generalsekretär hat Ihr Buch ins Russische übersetzen lassen und es gelesen.“ Dann folgte die geradezu sensationelle Aussage: „Wir tun das, was Sie westlichen Politikern empfehlen. Wir werden den ersten Schritt auf den anderen zumachen.“ Franz Alts Freude kannte keine Grenzen. „Denn Gorbatschow ließ mir mitteilen: Wir hören auf, weiter hochzurüsten. Ganz im Sinne ihrer Bergpredigt.“ (…) Was für ein Erfolg! Ende 1987 unterzeichneten die USA und die UDSSR das Abkommen der Intermediate Range Nuclear Forces, kurz INF. Darin wurde der Verzicht auf Atomraketen im Mittelstreckenbereich zwischen 500 und 5500 Kilometern festgeschrieben.“ (S. 113f.)
Text: Andreas Winterhalder (23.04.2026)