Bildung für nachhaltige Entwicklung und unesco-projektschule

Zuletzt geändert am 8.9.2016


Unsere Schule engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung und wurde deshalb von der Deutschen UNESCO-Kommission als „Offizielles Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ für die Jahre 2013/ 2014 ausgezeichnet.
Seit 2016 gehört die Heinrich-Böll Schule Rodgau als „interessierte Schule“ zum Kreis der UNESCO-Projektschulen, welche sich in besonderer Weise für eine Kultur des Friedens
durch  Menschenrechtsbildung, Demokratieerziehung, Interkulturelles Lernen, Globales Lernen, Umweltbildung und UNESCO-Welterbeerziehung im Rahmen der Bildung für Nachhaltige Entwicklung einsetzen.

UNESCO-Projektschulen: http//www.ups-schulen.de/



Bildung für nachhaltige Entwicklung BEDEUTET an der HBS: 


Unterrichtlich
- Ökologische, soziale und wirtschaftliche Fakten und Zusammenhänge zum Zustand der Menschheit und unserer Erde
- Handlungsmöglichkeiten in Theorie und Praxis (v.a. in  Gesellschaftslehre, Arbeitslehre, Ethik, Religion, - Naturwissenschaftliche Fächer, Wahlpflichtfach ‚Welt in Balance‘)
Außerunterrichtlich ( Ökologie ):
- Energie-AG/ Natur-Umwelt-AG 
 -Klimabeauftragte in jeder Klasse
- Energie: Solardach / Ökostrom
- Wildbienenareal + Schulgarten 
- Mobilität: Fahrradständer/ S-Bahn/ Busschulung
- regelmäßige Teilnahme am „Tag der Nachhaltigkeit“  in Hessen
- selbstorganisierte Konferenzen / Messen (Energie, Plant-for-the-planet, Glücklich in Rodgau)
- Mülltrennung + Sauberhafter Schulweg + Hofdienst
- Nachhaltiges Schulstarterset
- Nachhaltiges Kopierpapier
Außerunterrichtlich ( Soziales/ Wirtschaft ):
- Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeit
- Erste Hilfe – Kurse / Schulsanitätsdienst
- Demokratieerziehung (SV-Stunden/ Parlamentsbesuche/ Gedenkstättenbesuche)
- UNESCO-Welterbe LIMES ( Saalburgfahrt Jahrgang 7)
- Regionale Produkte (Cafeteria)
- Sauberhafter Schulweg (seit 2003)
- Hessischer Tag der Nachhaltigkeit 2010, 2012, 2014, 2016
- Deutscher Aktionstag Nachhaltigkeit 2012
- Botschafter-Akademie von „Plant-for-the-planet“ (2015)
- Bildungsmesse (seit 1997), Betriebsbesichtigungen,     Energiemesse (2011)
- Praktika (Jahrgang 8 und 9)
Internationales
- COMENIUS – Projekte : SODA (Demokratie in Europa), SAVE (Schulen gegen Gewalt)
- Auslandsfahrten/-kontakte (England, Frankreich, Polen)
Spendenkultur   
Beispiele:    UNICEF    Ärzte ohne Grenzen     Welthungerhilfe    amnesty international
Deutscher Hilfsverein Albert Schweitzer Spital Lambarene (Gabun)
PAUL (Portable Aquatic Unit for Lifesaving) – tragbarer Wasserfilter

Was ist Nachhaltigkeit?
Der Kerngedanke: Wie können wir leben, dass ALLE jetzt und in Zukunft lebenden Menschen eine Chance auf ein Leben in Würde haben? Zukünftige Generationen sollen also dieselben Chancen auf ein erfülltes Leben haben wie wir. Gleichzeitig müssen Chancen für alle Menschen auf der Erde fairer verteilt werden. Es geht zum einen um Gerechtigkeit zwischen den Generationen und zum anderen um Gerechtigkeit zwischen den verschiedenen Weltregionen, Nationen und Kulturen.

Warum Bildung für nachhaltige Entwicklung?
Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt.
Der Einzelne erfährt durch Bildung für nachhaltige Entwicklung: Mein Handeln hat Konsequenzen. Nicht nur für mich und mein Umfeld, sondern auch für andere. Ich kann etwas tun, um die Welt ein Stück zu verbessern. Ein solches Denken ist dringend notwendig, um Veränderungen anzustoßen und drängende globale Probleme wie den Raubbau an der Natur oder die ungleiche Verteilung von Reichtum anzugehen. Regierungen, Organisationen und Unternehmen müssen Nachhaltigkeit lernen und umsetzen.

 

Die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung"
Mit der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-2014)“ haben sich die Staaten der UN verpflichtet, dieses Konzept zu stärken – vom Kindergarten, Schule, beruflicher Ausbildung, Universität über Forschungsinstitute, außerschulische Weiterbildungseinrichtungen bis zum informellen Lernen außerhalb von Bildungseinrichtungen. Die Agenda 21, das internationale politische Aktionsprogramm für nachhaltige Entwicklung, nennt in Artikel 36 Bildung als Schlüsselfaktor auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit.
Der Aktionsplan ‚Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung‘ enthält 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, welche bis zum Jahr 2030 erreichen werden sollen. 193 Mitgliedsländer der Vereinten Nationen haben diese Ziele in einer historischen Sitzung am 25. September 2015 in New York beschlossen. Laut Ziel 4.7. soll sichergestellt werden, „dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft und  die Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung.“

Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Wissen über:
globale Zusammenhänge und Herausforderungen wie den Klimawandel oder globale Gerechtigkeit;
die komplexen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Ursachen dieser Probleme.

Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Kompetenzen:
Mit Gestaltungskompetenz wird die Fähigkeit bezeichnet, Wissen über nachhaltige Entwicklung anwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können. Sie umfasst zum Beispiel folgende Fähigkeiten:
vorausschauendes Denken;
interdisziplinäres Wissen;
autonomes Handeln;
Partizipation an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen.

Das Konzept der Gestaltungskompetenz
Zur Verwirklichung nachhaltiger Entwicklungsprozesse wurde das Konzept der Gestaltungskompetenz ausformuliert. Mit Gestaltungskompetenz wird die Fähigkeit bezeichnet, Wissen über nachhaltige Entwicklung anwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können. Das heißt, aus Gegenwartsanalysen und Zukunftsstudien Schlussfolgerungen über ökologische, ökonomische und soziale Entwicklungen in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit ziehen und darauf basierende Entscheidungen treffen, verstehen und individuell, gemeinschaftlich und politisch umsetzen zu können.
Komponenten einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, die gestaltungskompetentes Entscheiden und Handeln ausmachen, sind:
- Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen
- Vorausschauend Entwicklungen analysieren und beurteilen können
- Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln
- Risiken, Gefahren und Unsicherheiten erkennen und abwägen können
- Gemeinsam mit anderen planen und handeln können
- Zielkonflikte bei der Reflexion über Handlungsstrategien berücksichtigen können
- An kollektiven Entscheidungsprozessen teilhaben können
- Sich und andere motivieren können, aktiv zu werden
- Die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können
- Vorstellungen von Gerechtigkeit als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage nutzen können
- Selbstständig planen und handeln können
- Empathie für andere zeigen können

 Andreas Winterhalder, UNESCO-Schulkoordinator (Stand: 26.05.2016)