Studienfahrt nach Buchenwald und Weimar

für die Klassen 10

am 4. und 11. November 2015

 

Geschrieben von Shalin Jacoby, Maike Göritz, Miriam Schunk

 


 

Wir fuhren morgens mit dem Bus von der Schule aus nach Buchenwald und kamen nach einer dreistündigen Fahrt dort an. Nach einer kurzen Pause sind wir in einen großen Saal gegangen, wo wir uns einen Film über das Konzentrationslager Buchenwald angesehen haben. Daraufhin haben wir uns vor dem Gebäude, zwischen den ehemaligen SS- Kasernen, wieder gesammelt, Arbeitsblätter bekommen und unsere Reisebegleiterin kennengelernt.

 

Zuerst gingen wir zum großen Lageplan, wo wir die ersten Informationen und einen groben Überblick über das Konzentrationslager erhielten. Anschließend liefen wir gemeinsam zum sogenannten „ Carachoweg “, wo wir erfuhren, dass dort die Häftlinge zum Empfang den ganzen Weg bis zum Lager rennen mussten, während sie von den Soldaten mit Jagdhunden und gezückter Waffe auf Autos gejagt wurden.

 

Danach wurden wir zu einem Platz geführt, wo das ehemalige Verwaltungsgebäude steht, in dem die Häftlinge sich anmelden und registrieren mussten. Dieser Prozess war oft mit einer mehrstündigen Wartezeit verbunden.

 

Als nächstes wurden wir zum Torgebäude geführt. Dort sahen wir die Uhr, die am Zeitpunkt der Befreiung der Häftlinge angehalten worden war, und uns wurde die Geschichte über den Fall des KZ erzählt. Wir konnten auch Einblick in die Zellen nehmen, in denen die Häftlinge auf engstem Raum und ohne Licht eingepfercht und gefoltert worden waren. Diese Zellen befanden sich auf der einen Seite des Haupttores. Auf der anderen Seite des Tores befand sich ein großer Raum, in dem die Wärter den Häftlingen ihre tägliche Arbeit zuwiesen.

Heute befindet sich in diesem Raum eine große 3-D-Landkarte des KZ Buchenwald, mit deren Hilfe uns die Geschichte des Lagers veranschaulicht wurde. Als wir nun das Tor durchquerten, wurde uns die Inschrift “Jedem das Seine“ gezeigt, welche eigentlich im alten Rom für Gleichheit und Gerechtigkeit vor dem Gesetz stand. Der Schriftzug wurde - als kleiner rebellischer Akt - von dem mit dem Fertigen des Tores beauftragten Häftling, in der von den Nazis verhassten Bauhaus-Schrift angefertigt.

 

Wir traten danach auf den Appellplatz, auf dem die Häftlinge oft mit unnötig langen Menschenzählungen entwürdigt wurden. Auch Auspeitschungen und Hängungen am Galgen gehörten dazu. Von dort aus konnte man auch noch gut die Mauerreste der alten Baracken der Häftlinge sehen, wo diese auf inhumanste Weise gehalten wurden. Ein paar Meter weiter im Boden war die Gedenktafel für alle Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald eingelassen, welche am 50. Jahrestag der Befreiung eingeweiht wurde und die Initialen K.L.B und mehr als 50 Opfergruppen und Nationen enthält. Zusätzlich wird die Platte immer auf 37 C° Körpertemperatur erhitzt.

 

Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Krematorium, wobei wir an den früheren Wachtürmen und Elektrozäunen vorbei liefen. Dahinter lag der Zoo des Konzentrationslagers, mit dem Bärengehege, welcher für die SS- Soldaten und deren Familien gedacht war.

 

Am Krematorium angekommen konnte man sich aussuchen, ob man hindurch gehen oder außen herum gehen wollte. Wenn man durch ging sah man zuerst die „Pathologie“, wo die Leichen der Häftlinge vor der Entsorgung erst ausgebeutet wurden. Man brach ihnen die Goldzähne heraus und machte aus Organen, Haut und Knochen Präparate, Mitbringsel und Geschenke wie Buchleder und Lampenschirme für Freunde und Familie der SS. In dem Keller waren außerdem an den Wänden Haken angebracht, woran viele Häftlinge erdrosselt wurden. In den Keller des Gebäudes brachte man auch die Leichen der Ausgebeuteten, wo sie gesammelt wurden, und dann zusammen mithilfe eines Aufzuges in die Verbrennungsanlage gebracht wurden. Dort wurden sie dann von anderen Häftlingen in großen Öfen verbrannt.

 

Nachdem wir das Krematorium verlassen hatten, gingen wir in ein Nebengebäude, wo die Genickschussanlage nachgebaut worden war. Dort wurden die Häftlinge, bevor sie wieder weiterreisen sollten, zum Arzt geschickt. Doch tatsächlich wurden sie in ein Untersuchungszimmer geführt, wo sie sobald sie sich an eine Messlatte stellten, durch einen Spalt in der Wand, von einem SS- Soldaten, der dahinter saß, ins Genick geschossen bekamen. So ahnten die Häftlinge bis zur letzten Sekunde nichts, und wurden durch sehr wenige Männer einfach, ohne dass jemand was ahnte oder mitbekam, ausgelöscht.

 

Sobald wir die Genickschussanlage verließen, gelangten wir zu den letzten Punkten der Tour, dem Steinkarren, wie er zum Transport für Steine vom Steinbruch verwendet wurde, und den Hänge- Pfeiler, an dem die Häftlinge zur Strafe rückwärts mit den Händen aufgehängt wurden.

 

Danach liefen wir zurück zur ehemaligen SS- Kaserne, wo unser Bus wartete. Wir verließen die Gedenkstätte Buchenwald.

Ich fand den Ausflug sehr interessant und lehrreich und finde es gut, dass man mit solchen Aktionen dafür sorgt, dass solche Fehler nie vergessen und dadurch nicht wiederholt werden. Außerdem sollte den unschuldigen Opfern dieses Ortes ewig gedacht werden. (Autorin: Miriam Schunk)

 

Nach dem wir im KZ Buchenwald waren, sind wir noch nach Weimar gefahren, um dort eine Fotorally zu machen. Wir hatten die Wahl zwischen vier verschiedenen Themen; Goethe, DDR, Denkmal und NS Architektur. Unsere Gruppe hatte das Thema Johann Wilhelm von Goethe gewählt. Allerdings konnten wir leider nicht alle Stationen bewältigen. Doch die Stationen, die wir fotografiert haben, waren einen Blick wert. Wir hätten uns sehr gefreut, wenn wir auch noch die anderen Stationen besuchen hätten können.

Auf unserem Weg haben wir auch noch andere schöne Ruinen, Denkmäler ect. gesehen. Alle anderen, die mit uns dort waren, fanden den Ausflug ebenfalls schön und informativ.

 

Autorinnen: Shalin Jacoby, Maike Göritz, Miriam Schunk

Foto: Flugaufnahme des KZ Buchenwald nach der Befreiung, Ende April 1945. Foto: U.S. Luftaufklärung. National Archives Washington - See more at: http://www.buchenwald.de/72/#sthash.M1ClDtO3.dpuf