Ein Theater-Krimi als Klassenarbeit

 

Mit dem interaktiven Theater „SEK – Schüler erklären Kriminalistik“ ging ein ganz besonderes Unterrichtsprojekt an der Heinrich-Böll-Schule zu Ende. An Stelle einer Klassenarbeit präsentierten die Schüler und Schülerinnen das Gelernte als Kriminalfall auf der Bühne. Das Publikum durfte bereits vor Beginn den „Tatort“ besichtigen und konnte die ersten eigenen Entdeckungen auf einer Quizkarte eintragen. Auch während des eigentlichen Theaters wurden immer wieder Fragen gestellt, die auf der Quizkarte beantwortet werden mussten.

 

Bevor es allerdings so weit war, lagen fast 12 Monate Arbeit vor den Schülern. Kristina Gojkovic und Petra Carbon, beide Lehrerinnen in der Naturwissenschaftlich –Technischen Frühförderung der Heinrich-Böll-Schule, suchten nach etwas Besonderem zum zehnjährigen Jubiläum der Frühförderung. Schnell stand das Unterrichtsthema fest: Kriminalistik. Denn für Kriminalistik braucht man alle Naturwissenschaften. Fast ein halbes Jahr beschäftigten sich die Schüler intensiv mit vielen Experimenten mit dem Thema Kriminalistik. Ein Ausflug ins Polizeipräsidium nach Offenbach rundete die Theorie ab. Danach schrieben die Sechstklässler ein Drehbuch, um das Gelernte interessant auf die Bühne zu bringen. Sie konstruierten einen eigenen „Fall“, den sie interaktiv mit dem Publikum lösen wollten. Neben Präsentationstechniken und Medienkompetenzen lernte die „SEK-Gruppe“ auch Technik für die Dokumentation, wie z.B. Kameraführung für Filmaufnahmen im Medienkompetenzzentrum in Offenbach.

 

Das fertige Theaterstück fand großen Anklang beim Publikum. Groß und Klein folgte gespannt der Handlung: Am Waldrand von Nieder-Roden wurde eine junge Frau erschossen. Zahlreiche Zeugen wurden von der Kommissarin und ihrem Assistenten im Polizeipräsidium Rodgau verhört. Direkt neben dem Polizeipräsidium untersuchten die beiden HBS-Forensiker die Beweismittel. Zwischendurch erklärte Luka Buchele als Moderator gekonnt wichtige Informationen, wie z.B. „was ist Daktyloskopie oder wie kann man zu Hause aus einer Banane DNA extrahieren“. Das Publikum beteiligte sich aktiv an den Fragen des Moderators. Eifrig wurden Mutmaßungen angestellt, Fragen beantwortet und die Quizkarten ausgefüllt. Mehr als 20 Preise wurden im Anschluss unter den „Publikumsermittlern“ ausgelost. Nach Meinung des Publikums haben die Schüler für ihre Leistung eine glatte Eins verdient.

Und mancher Zuschauer meinte, dass das Kriminalstück eigentlich viel zu schade ist, um es nur einmal aufzuführen.


Deutschschüler schnuppern Theaterluft

 

Am 25. Juni 2015 war es soweit  - die Schüler des Erweiterungs-Kurses der Jahrgangsstufe 8 von Frau Staab wollten  zu den Frankfurter Kammerspielen fahren.  An diesem Tag sollte die Premiere des Klassikers „Michael Kohlhaas“  von Kleist stattfinden.  Alle Schüler kamen überpünktlich am Bahnhof an, um dann festzustellen, dass die ausgewählte Bahn und auch die nächste ausfallen sollten. Alle überlegten, wie man doch noch pünktlich zum Theater gelangen konnte.  Schnell wurden durch bereitwillige Eltern Fahrgemeinschaften gebildet.  Fünf  Minuten vor Beginn saßen alle gespannt auf ihren Plätzen und atmeten zum ersten Mal Theaterluft.

Der einzige Schauspieler, Isaak Dentler, saß zunächst im Publikum, trat auf die Bühne und  schlüpfte  75 Minuten perfekt in mehrere Rollen, zunächst als der betrogene Pferdehändler Michael Kohlhaas, dann in den Erzähler selbst und auch in andere Rollen. Nicht wenig staunten die Schüler, da nur wenige Requisiten genutzt wurden, wie  u. a. Wasser und Kunstblut.

Auf dem Heimweg urteilten die Schüler und Schülerinnen, dass die szenische Umsetzung doch gewöhnungsbedürftig gewesen sei  und sie doch froh wären, die Lektüre schon vorher gelesen zu haben.

Insgesamt  beurteilten sie den Besuch als sehr gelungen und empfanden diese Umsetzung besser als die Verfilmung, da der Schauspieler  inhaltlich nicht viel verändert hatte.

 

A. Staab


Theaterbesuch „Endstation Sehnsucht“ im Frankfurter Schauspielhaus

 

Was haben Speedy Gonzales, fratzenhafte Gesichter  und  diverse Filmsequenzen mit Tennessee Williams zu tun? 

Kay Voges inszenierte „Endstation Sehnsucht“ von T. Williams auf ganz moderne Weise – halb Theater,  halb  Kino – somit kein typisches Theaterstück. Dies alles konnten Schüler und Schülerinnen des  10.-A-Kurses am 09. Juli 2015 im Frankfurter Schauspielhaus selbst miterleben.

Im Zentrum des Geschehens steht Blanche DuBois, die zu ihrer Schwester und dessen Mann zieht. Schnell kommt es zu Spannungen. Das Ende wirkt verwirrend, denn Realität und Träume verschwimmen immer mehr ineinander.

Selbst auf dem Heimweg  diskutierten,  analysierten und  interpretierten alle Schüler noch sehr angeregt miteinander über die Art der szenischen Darst tellung, aber auch über den Inhalt.

Ein gelungener Abschluss für einige  Abgänger der HBS.


A. Staab