HBS – Interview aktuell mit Frau Diefenbach: 
Der „aktive Adventskalender “ an der Heinrich Böll Schule

 

Frau Diefenbach, was ist der 'Aktive Adventskalender'?
Der „Aktive Adventskalender“ hat letztes Jahr (2017) erstmalig an der HBS stattgefunden und war ein offenes Angebot für die Schüler_innen. Die Idee dahinter ist: Jeden Tag öffnet sich ein Bild-Fenster an den Außenfronten der Schule. Die Schüler_innen können dann um die Schule laufen und das Bild des Tages suchen.
2017 standen Helden und Heldinnen im Fokus. In verschiedenen Fächern (Religion, Ethik, Kunst, Klassenlehrerstunde) und unter Leitung verschiedener Lehrkräfte wurden Vorbilder zu Papier gebracht. Dafür suchten die Schüler_innen zunächst nach Helden (Recherche im Internet) oder hatten bereits bei der Nennung des Begriffs konkrete Ideen. Die Schüler_innen verfassten dann ein Handout oder einen Steckbrief für die Infotafel und brachten zusätzlich den Helden in Textform, Symbolform oder als reale Abbildung (Foto, eigene Gemälde) auf Plakatgröße.
Im vergangenen Dezember war die ganze Schule Plattform für den  Adventskalender. Während man draußen an den Fenstern noch überlegen musste, um wen es sich auf dem Plakat handelt, wurde man in der Aula durch die Handouts informiert und konnte überprüfen, ob man zuvor richtig gelegen hatte.
Zudem hatten die Schüler_innen ab der 7. Klasse die Möglichkeit, selbst zum „Helden“ oder zur „Heldin“ für jemanden zu werden. An drei Tagen berichteten die Poster über Menschen, deren Menschenrechte konkret eingeschränkt und verletzt wurden. Die Schüler_innen erhielten hierbei Informationen zum Thema Menschenrechte und wie sie selbst dafür eintreten können. So wurden 34 Briefe von Schüler_innen und Lehrer_innen geschrieben, die das Schulprojekt „Amnesty International Briefmarathon“ 2017 unterstützten. Hierbei gingen Briefe sowohl an die drei vorgestellten Opfer von Menschenrechtverletzungen, als auch an deren Regierungen, um auf den Missstand im betroffenen Land aufmerksam zu machen.


Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Adventskalender für die ganze Schule zu organisieren?
Die Adventszeit ist traditionell eine besinnliche Zeit, die zum Nachdenken anregen soll. Gleichzeitig ist es eine unheimlich stressige Zeit. Kurz vor Weihnachten überschlagen sich die Sendungen im Fernsehen mit Spendenaufrufen und die Städte sind überfüllt mit Menschen, die noch schnell jemanden durch das passende materielle Geschenk „glücklich“ machen wollen. Der Adventskalender soll zeigen, dass Gutes tun nicht immer mit Geld zu tun hat. Frieden kann man nicht kaufen, sondern man muss sein persönliches Stück dazu beitragen. Dieser Beitrag beginnt schon als Kind und Jugendlicher und zeigt sich im Verhalten zu den Mitmenschen. Der Adventskalender soll Schüler_innen unabhängig von Religion und Kultur ansprechen. Gutes zu tun kommt von dem einzelnen Menschen und wenn viele einzelne Menschen sich für das Gute einsetzen, ist der Welt schon ein ganzes Stück geholfen. 24 exemplarische Vorbilder hierfür konnten die Schüler_innen im Dezember kennenlernen.


Mit welcher Heldin, bzw. welchem Held würden Sie gerne einmal sprechen, wenn dies möglich wäre?
Tatsächlich bin ich auf keinen Helden oder Heldin fixiert. Ich bewundere mehr deren Handlungen an sich. Ich bewundere den Mut von Sophie Scholl, das Charisma von Martin Luther King oder die Energie von Malala. Ich freue mich aber vor allem über jeden Helden / jede Heldin des Alltags, der/die sich überwindet, trotz bestehender Barrieren und sozialer Ängste sich für Soziales, Gerechtes und Menschliches einzusetzen. Diesen Helden und Heldinnen begegne ich immer wieder gerne.


Welche Wünsche hätten Sie für eine eventuelle Neuauflage in diesem Jahr?
Mal schauen, ob es dieses Jahr eine Neuauflage gibt. Der Kalender soll in erster Linie von den Schüler_innen für die Schüler_innen sein. Im Bereich Organisation bin ich dann gerne wieder dabei. Die Ideen für ein mögliches neues Thema werden sich im kommenden Schuljahr ergeben. Deshalb wünsche ich mir in erster Linie, dass es ähnliche und vielleicht sogar noch größere Bereitschaft von Seiten der Schülerschaft gibt, an dem Projekt mitzuarbeiten. Mitte Oktober geht dann gegebenenfalls die Vorbereitung für 2018 wieder los.