Schmieden verbindet Jung und Alt

Projekt der NaWi-Werkstatt

Die Rede ist vom gemeinsamen Schmieden von Schülern mit Senioren im Garten der Seniorenresidenz. Die Schüler und Schülerinnen der Nawi-Werkstatt haben das Schmieden im Januar bei Joachim Harbut, einem Kunstschmied, gelernt. Trotz Kälte und Regen arbeiteten die Fünftklässler hochkonzentriert an ihren Zauberstäben. Metallstäbe in der Esse erhitzen, mit dem Schmiedehammer auf dem Amboss formen, wieder in die Esse und wieder hämmern. Es dauert schon eine ganze Zeit bis aus einem Ende des Metallstabs eine schöne Spirale geformt war. Danach wurden „Edelsteine“ mit feinem Silberdraht eingearbeitet. Auch die anwesenden Eltern waren „Feuer und Flamme“.

Das neu erworbene Wissen gaben die „Jungschmiede“ gemeinsam mitHarbut an einige Senioren der Seniorenresidenz weiter. Anfangs stand die Frage, ob auch jeder Schüler „seinen eigenen Senior“ bekommt im Vordergrund. Auch die Senioren war die Situation zuerst etwas zurückhaltend. „Nur ganz kurz“ wollen sie mal mit zur Esse gehen. Aber dann schwappte die Begeisterung ganz schnell von Jung auf Alt.  „Das habe ich schon mal während meiner Lehrzeit gemacht. Damals war ich 17Jahre alt.“ Begeisterte sich Frau Labus. Auch Frau Wolf wollte nur kurz mit Aileen mal zuschauen. Aus dem kurz zuschauen wurde dann bei beiden Seniorinnen über eine Stunde, in der sie gemeinsam mit ihren „Schmiedepaten“ einen eigenen Zauberstab herstellten. Wer nicht so lange an Esse, Ambos und Werkbank stehen konnte, gab seine Wünsche an seinen „Schmiedepartner“ weiter und die Kinder setzten die Wünsche tatkräftig für die Senioren um. Die älteste Schmiedin des Tages feiert übrigens demnächst ihren hundertsten Geburtstag!

Zum Abschluss des wunderschönen Nachmittags gab es noch ein gemeinsames Kaffee- bzw. Kakaotrinken. Auch hier wurde viel erzählt und gelacht. Überhaupt war der Austausch zwischen Schülern und Senioren sehr intensiv. Eine Seniorin zeigte Schülern die Seniorenresidenz und die Schüler fragten direkt, ob sie sie denn nicht öfter einfach mal so besuchen dürfen. Eine andere Seniorin erkannte in Joachim Harbut, der mittlerweile in der Nähe von Mainz wohnt, den Sohn ihrer ehemaligen Nachbarn. Insgesamt war die Schmiedeaktion für alle Beteiligten ein schöner Erfolg und beide Seiten freuen sich schon auf den nächsten Besuch.

 

Der Kunstschmied hatte für die Heinrich-Böll-Schule noch eine Überraschung zum Abschied: Damit die Energie-AG auf der neuen Wildbienenwiese auch rankende Pflanzen anpflanzen kann, brachte er eine selbst geschmiedete Rank-Pyramide für das Wildbienenprojekt der HBS mit.


P. Carbon

Kommentar schreiben

Kommentare: 0