Empathie gegen Mobbing

 

Klasse 7cBereits seit 2006 gibt es an der Heinrich-Böll-Schule ein in seiner Art einzigartiges Anti-Mobbing-Training für Schülerinnen und Schüler. Vorbeugen und für das Thema sensibilisieren, darum geht es speziell in diesem Anti-Mobbing-Training. Das große Interesse und Engagement der Klasse 7c hat die beiden Trainerinnen, Bettina Schubert und Petra Carbon, jedoch sehr beeindruckt.

Während des zehnstündigen Seminars lernten die 25 Schülerinnen und Schüler sich durch Rollenspiele in die Situation von Opfer und Täter hineinzuversetzen. Gleich seitenweise listeten die Seminarteilnehmer sehr differenziert Vor- und Nachteile für Täter und Opfer, aber auch für Mitläufer und Zuschauer auf. Es ist selten, dass bereits Siebtklässler so intensiv Gefühle und Beweggründe von Tätern und Opfern erfassen und auszudrücken können. Ganz offen wurde auch über eigene Erlebnisse in der Grundschule erzählt. In dieser Klasse haben Sprachlosigkeit und Wegsehen sicherlich keinen Platz.

„Wir können Mobbing nicht ganz verhindern. Aber: Wir können für das Thema sensibilisieren und die Wahrnehmung schärfen“, so die beiden Trainerinnen. Wichtig ist ihnen auch, dass Hilfe holen kein Petzen ist! Denn gerade Gleichgültigkeit und Wegsehen machen Mobbing oft erst möglich.

An der Heinrich-Böll-Schule gibt es nicht mehr Mobbingfälle als anderswo. Ganz im Gegenteil. Hier gilt bereits seit Jahren der Grundsatz „Prävention statt Intervention“ und die Anti-Mobbing-Seminare sind sogar Bestandteil des Schulprogramms.

Polizistin ScheerLeider hat Mobbing in den letzten Jahren auch immer mehr Einzug ins Internet gefunden. Dort ist es einfach „anonym“ andere zu kränken, ja sogar herabwürdigende Fotos bzw. Fotomontagen allen zugängig zu machen. Viele Eltern wissen überhaupt nicht, in welchen sozialen Netzwerken und Chatrooms ihre Kinder unterwegs sind. Und weder sie noch ihre Kinder kennen die rechtlichen Folgen beim sogenannten Cyber-Mobbing. Aus diesem Grund bot die HBS für Eltern einen kostenlosen Vortrag zu diesem komplexen Thema an. Spannend und sehr anschaulich referierte Frau Scheer vom Polizeipräsidium Südosthessen über dieses immer größere werdende Problem. Die anschließende Diskussion machte deutlich, wie wenig die Erwachsenen eigentlich darüber wissen. Der Vorschlag einer Mutter, den wirklich wachrüttelnden Vortrag auch Schülern und Schülerinnen zu präsentieren wurde von der Schulleitung sofort aufgenommen. Nur eine Woche später klärte Frau Scheer die Klassensprecherversammlung über Cyber-Mobbing auf. Die Klassensprecher gaben das Gehörte daraufhin an ihre Klassen weiter.