Schule gegen Arbeit getauscht
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- Erstellt am Montag, 22. August 2011 14:00
- Geschrieben von Petra Carbon
„Ein gutes Zeugnis und ein gutes Sozialverhalten sind wichtig für den Traumberuf“: Das war eine von vielen Erkenntnissen von Schülern und Schülerinnen der Heinrich-Böll-Schule in ihrem dreiwöchigen Praktikum. Vor den Sommerferien tauschte der damals achte Jahrgang Schule gegen Arbeit. Die Ergebnisse und Erfahrungen präsentierten sie jetzt in einer Praktikumsausstellung. In mehreren Klassenräumen und dem kompletten Gang konnten sich die Besucher über die einzelnen Berufe informieren. Außerdem hingen die Prioritätenspiegel und Auswirkungen des Praktikums der einzelnen Klassen aus. „Weniger Freizeit“, „ich kann nicht den ganzen Tag sitzen“, „Arbeit ist Stress“ aber auch „ Arbeit ist Freiheit“. Die einzelnen Aussagen waren interessant zu lesen. Was aber fast überall als Fazit stand war die Tatsache, dass das Praktikum Spaß gemacht hat, dass sich die meisten Schüler auf ihren Arbeitsstätten wohlgefühlt hatten.
Dass das stimmt spürte man in den Gesprächen mit den Jugendlichen. Leon Fritsch aus der 9e erzählte begeistert von seinem Praktikum als Heizungstechniker in Seligenstadt. Er hatte schon früher gerne seinem Opa geholfen, so dass die Entscheidung für dieses Praktikum eigentlich eine logische Konsequenz war. Ihm hat das selbstständige Boiler- und Kupferrohrtauschen so viel Spaß gemacht, dass er dafür auch gerne mal länger blieb. Er kann sich Heizungstechniker als Beruf gut vorstellen. Kevin Stein, 9b, der ebenfalls sein Praktikum als Heizungstechniker absolvierte, ist da noch etwas zögerlich. Er wird erst noch in den Beruf des Schreiners reinschnuppern. Aber auf jedem Fall will er im Bereich Handwerk bleiben.
Durch das Praktikum fest zum Studium entschlossen ist Ellahan Ibrahini, 9a. Mit funkelnden Augen erzählte sie, dass ihre Erwartungen beim Zahnarzt voll getroffen wurden und dass das Praktikum „viel zu kurz“ war. Während der letzten drei Tage wurde sie sogar aktiv bei Behandlungen eingesetzt. „Ich durfte mich wie eine richtige Zahnärztin fühlen.“ Voll motiviert wird sie jetzt ihre schulische Laufbahn weitergehen.
Eher ernüchtert von ihrem Praktikum sind drei von vier Schülerinnen, die als tiermedizinische Fachangestellte gearbeitet hatten. Zuwenig Kontakt mit Menschen und ein zu geringer Verdienst waren ihre Gegenargumente gegen den einstigen Traumberuf. Nur für Eileen Vallieur hat sich nichts daran geändert. Sie will schon seit der ersten Klasse Tierärztin werden und fühlt sich durch ihre Erfahrungen im Praktikum in ihrem Wunsch bestätigt.


