Libellensommer
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- Erstellt am Sonntag, 23. Mai 2010 13:00
- Geschrieben von Petra Carbon
Diese „Buchbearbeitung“ kennen Viele: Lesen, Lesetagebuch schreiben und gestalten, Ende. Der Deutschlehrerin Irene Unger war dies für die Erarbeitung des Jugendbuch "Libellensommer" von Antje Babendererde in ihrem achten Jahrgang nicht genug. Zwar lasen die Schüler und Schülerinnen auch zuerst das komplette Buch und fassten die einzelnen Kapitel schriftlich zusammen, aber danach ging es weiter.
Als Vorbereitung auf die Projektpräsentationen im neunten Schuljahr erhielten die Achtklässler den Arbeitsauftrag in Gruppen von drei bis vier Schülern eine Präsentation zum Buch zu erarbeiten. In der Präsentation musste ein Teil aus einer Powerpoint oder einer anderen Recherche bestehen, und der andere Teil musste etwas Kreatives beinhalten. Die Ergebnisse präsentiere der Deutschkurs in einer eineinhalbstündigen Präsentation den geladenen Eltern. Es war interessant, wie unterschiedlich die einzelnen Gruppen präsentierten. Powerpoint, Plakate, selbst gebaute Modelle, selbstgeschriebene Gedichte, Schauspiel. Die Darstellungen waren so vielfältig wie die gewählten Themen.
Kurz zum Buch: Das Jugendbuch "Libellensommer" wurde 2007 mit dem Literaturpreis als bester deutschsprachiger Liebesroman ausgezeichnet. Hauptpersonen sind der Indianerjunge Jay und die weiße Nordamerikanerin Jodie. Es gibt also sowohl für die lesenden Mädchen als auch für die Jungen eine Identifikationsfigur. Alle Schauplätze der Geschichte gibt es wirklich.
Die erste Gruppe stellte die Autorin vor, gab eine Einführung in das Buch und las wichtige Textstellen vor. Die Hauptpersonen wurden auf Plakaten gezeichnet. Zwei Schülerinnen spielten Szenen nach. In einer dieser gespielten Szenen geht es um einen Brief, den eine Freundin von Jodie, eine der beiden Hauptpersonen, bei deren Eltern abgeben soll, damit diese sich nicht zu viele Sorgen machen. Da dieser Brief im Buch nur erwähnt wird, hatte ihn die Gruppe einfach selbst geschrieben und von "Jodie" vorlesen lassen. Außerdem berichtete die Gruppe von dem Stamm, von dem Jay, die andere Hauptperson, abstammt. Zum Schluss trugen die Gruppenmitglieder noch ein selbst geschriebenes Gedicht im Wechsel vor.
Die nächste Gruppe ging ebenfalls auf die Autorin, den Buchinhalt und die Hauptpersonen ein. Sie hatten aber auch ein großes Tipi gebastelt und zeigten auf einem Plakat, wie sie sich das Indianercamp, in dem Jay lebt, vorstellten.
Mit Hilfe einer Powerpointpräsentation stellte die dritte Gruppe die Behausungen der Indianer vor. Auch in dieser Gruppe hatte ein Schüler ein Tipi gebastelt. Kleiner, aber mit Indianerzeichen angemalt und mit einem roten LED-Lämpchen in der Mitte, so dass es aussah, als ob darin ein Lagerfeuer brennen würde.
Über die Sprache Cree und die Schrift recherchierte eine andere Gruppe. Dazu las sie passende Textstellen aus dem Buch vor und sprach über den Inhalt des Buches. Zwei Mädchen dieser Gruppe hatte das Buch so angesprochen, dass sie in ihrer Freizeit zwei weitere Bücher der Autorin gelesen hatten und den Inhalt kurz vorstellten. Welch ein toller Erfolg zur Lesemotivation!
Die folgende Gruppe interessierte sich für die im Buch angesprochene Tierwelt. In einer Powerpointpräsentation referierten sie über die Tierwelt und die große Rolle, die diese für die Ernährung in der Wildnis spielt. Wie die Tiere und Pflanzen im Camp zubereitet werden, dazu las ein Schüler, begleitend zur Powerpoint-Präsention, immer wieder Textstellen aus dem Buch vor. Mit Hilfe eines selbst gemalten Plakates wurden Szenen aus dem Buch verdeutlicht.
Feuerwasser, Drogenproblematik der Indianer, auch dieses Problem wurde im Buch angesprochen. Dazu hatte die sechste Gruppe zwei große Problemsäcke ausgeschnitten und alle Probleme der Eltern von Jodie und von Jodie selbst hineingepackt und erklärt.
Die letzten Themen waren der geschichtliche Hintergrund, ein Rückblick "Indianer Nordamerikas" und die Abholzung der Wälder. Ein gemaltes Plakat verdeutlichte dass Jodies Vater seinen Arbeitsplatz in der Papierfabrik verlor, da Greenpeace in dem Buch die Abholzung der lebensnotwendigen Wälder stoppte. Auch in dieser Gruppe wurde das Thema Alkohol angesprochen, sowie die Probleme der Indianer in Reservaten.
Alle Gruppen hatten eine Indianerweisheit, die zu ihrem Thema passte, in ihren Vortrag eingebaut.
Die Eltern waren begeistert, dass ihre Kinder die geleistete Arbeit vor Publikum präsentieren durften. Viele Kinder bzw. Jugendlichen erzählen nicht viel, was sie in Schule machen. Und durch diesen Abend erlebten die Eltern nicht nur wie gut ihre Kinder präsentieren können, sondern erhielten auch einen Einblick in die Unterrichtsarbeit.


