Grundsätze und Leitlinien

Den Literaturnobelpreisträger und moralisch-politischen Mahner Heinrich Böll als Namenspatron und pädagogisches Vorbild dieser Schule ausgesucht zu haben, war das Resultat eines intensiven Diskussionsprozesses, der unter Federführung des Deutsch-Fachbereiches die zentrale Frage nach den Leitzielen und Grundprinzipien innerhalb der Schulgemeinde klären sollte. Diese Böllschen Grundüberzeugungen spiegelten sich auch in den pädagogischen Überlegungen wider, die besonders bei der Abfassung der Schulordnung, den beiden Pädagogischen Tagen von 1998 und 2001 die Zieldiskussion beherrschten. Der hier spürbare humanistische Geist dieser glaubwürdigen Persönlichkeit hat unser Engagement für die Vision einer menschlichen Schule in einer zukünftig solidarischen Gesellschaft nachhaltig geprägt und manche Unzulänglichkeiten und Beschwernisses des Schulalltags aushalten lassen.

Heinrich Böll steht für:

MENSCHENWÜRDE und Respekt vor den Mitmenschen statt Menschenverachtung und Diskriminierung

Seine kritische Sensibilität führte zu einem Engagement, das " ihn zum Prototyp des leidenden und mitleidenden Anti-Zeitgenossen hat werden lassen " (Hildegard Hamm-Brücher)

TOLERANZ und Freiheit des Geistes statt Intoleranz und Spießertum

"Er war unbequem und streitbar, er erregte Anstoß und erzeugte Achtung." (Richard von Weizsäcker)

FRIEDFERTIGKEIT statt Gewalt und Rücksichtslosigkeit

"Im Sinne von Jesus und Gandhi müssen wir der Gewalt mit zivilen Ungehorsam widerstehen, um sie zu überwinden. " (Heinrich Böll)

ZIVILCOURAGE und aufrechten Gang statt Duckmäusertum und Konformismus

"Einmischung erwünscht!" - Widerstand ist kein Recht; er ist eine Pflicht, jedem Menschen mitgegeben. " (Heinrich Böll)

SOLIDARITÄT und Nächstenliebe statt egoistischem Macht- und Profitstreben

"Ich habe mich nie als Einzelnen empfunden, sondern als Gebundenen. Gebunden an Zeit und Zeitgenossenschaft, an das von einer Generation Erlebte, Erfahrene, Gesehene und Gehörte. " (Heinrich Böll)

GELASSENHEIT und Nachdenklichkeit statt hektischer Betriebsamkeit und überzogenen Leistungsstrebens

"Es muss etwas geschehen!" -" Es wird etwas geschehen!" aus Bölls gleichnamiger Satire sowie die "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral " von Heinrich Böll.

GERECHTIGKEIT und Demokratie statt Unterdrückung und Ausbeutung

"Bölls Parteilichkeit ist die Parteilichkeit mit den Unterdrückten, mit den kleinen Leuten, den Verfolgten, den zu Unrecht Verdächtigten, den Zukurzgekommenen. " (Sylvia Backhaus)

KULTUR und Sprachbewusstheit statt Konsum und Manipulation

"Die Sprache kann der letzte Hort der Freiheit sein. " (Heinrich Böll)

KRITIK und Vernunft statt Irrationalismus und Dogmatismus

" Veränderungen der Welt und der Gesellschaft sind immer durch Minderheiten bewirkt worden, die das, was ihnen einfach vorgesetzt wurde, prüften und der Achtung nicht für wert hielten. " (Heinrich Böll)

(Quelle der Zitate: dtv-Plakat Nr.99961/729 S)